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eine Reise zwischen bedingungsloser Liebe und emotionaler Dauerbereitschaft - Wenn die Seele leise wird

  • vor 10 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Muttersein ist eine der tiefsten, schönsten – und zugleich herausforderndsten Aufgaben unseres Lebens. Es ist eine Reise zwischen bedingungsloser Liebe und emotionaler Dauerbereitschaft. Doch machen wir uns nichts vor: Viele von uns kommen an einen Punkt, an dem die Erschöpfung die Freude überlagert. Wenn die Sorgen schwerer wiegen als das Lachen und das schlechte Gewissen zum ständigen Begleiter wird, stellt sich die Frage: Wo sind wir eigentlich selbst geblieben?


In ihrem Buch „Die Wolfsfrau“ beschreibt Clarissa Pinkola Estés, wie Frauen krank werden, wenn sie von ihrer intuitiven Natur abgeschnitten sind. Genau das passiert vielen Müttern heute. Wir sind so sehr im „Aussen“, im Erfüllen von Listen und Erwartungen, dass wir den Zugang zu unserer inneren Stimme verlieren.


Reicht es heute nicht mehr, „einfach“ Mutter zu sein?

Früher war Muttersein ein Teil des Lebenskreislaufs, heute wirkt es oft wie ein hochkomplexes Projektmanagement. Warum haben wir das Gefühl, dass „einfach da sein“ nicht mehr genügt?


Es ist leicht, mit dem Finger auf die Gesellschaft zu zeigen. Ja, die Anforderungen sind hoch. Ja, es wird uns nicht immer leicht gemacht. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – es nützt uns nichts, daran herumzunörgeln oder in die Opferrolle zu gehen. Wir müssen aufhören, im Aussen nach Schuldigen zu suchen, und anfangen, Frieden im Innen zu schaffen.


Verantwortung zu übernehmen bedeutet nicht, dass wir „schuld“ sind, wenn wir erschöpft sind. Es bedeutet, dass wir die Macht haben, etwas zu ändern. Wir müssen zusammenhalten, statt uns gegenseitig das Leben schwer zu machen. Doch wir können nur geben, was wir selbst haben. Wenn wir uns selbst nicht lieben und pflegen, wie können wir dann Liebe und Geborgenheit authentisch weitergeben?


Fokus und Freude: Vorleben statt Vorkauen

Wir denken oft, gute Mutterschaft bedeutet, unsere Kinder pausenlos zu fördern, zu bespassen oder vor jedem Stolperstein zu bewahren. Doch oft entspringt dieses „Über-Bemuttern“ (Over-Parenting) nicht der Liebe, sondern unserer eigenen Unsicherheit und Angst.


Wir müssen wieder lernen, unseren Kindern – und uns selbst – zu vertrauen.

Zeit nehmen heisst zuhören, statt zutexten.

Hinschauen, statt sich einzumischen.

Sicherheit geben, indem wir Abstand zulassen.


Unsere Kinder brauchen keine perfekte Managerin. Sie brauchen eine Mutter, die im Frieden mit sich selbst ist. Eine Frau, die vorlebt, dass man gut für sich selbst sorgen darf. Das ist kein Egoismus, das ist Notwendigkeit. Nur wenn unsere eigene Schale gefüllt ist, können wir andere nähren, ohne selbst auszutrocknen.


Der Spiegel der Pferde: Die Rückkehr zum Instinkt

Wenn der Kopf zu laut wird und wir vor lauter „Müssen“ und „Sollen“ nicht mehr weiterwissen, hilft oft kein Ratgeber mehr. Da hilft nur die Rückbesinnung auf unsere Natur. Hier sind Pferde wunderbare Lehrmeister. Pferde sind Fluchttiere, sie leben rein im Instinkt. Sie kümmern sich nicht um unsere gesellschaftlichen Masken oder unseren Status. Sie spiegeln unsere innere Verfassung absolut wertfrei und ehrlich.


Wo fehlt mir die Klarheit?

Wo bin ich starr geworden?

Wo habe ich meine Intuition verloren?


In der Begegnung mit dem Pferd werden wir gezwungen, die Maske fallen zu lassen. Pferde folgen keiner Frau, die nur eine Rolle spielt. Sie suchen die Authentizität. Diese Begegnung bringt uns zurück ins „Hier und Jetzt“. Sie schenkt uns die Ruhe, die wir im Alltag so schmerzlich vermissen, und öffnet den Raum, uns selbst wieder zu spüren – jenseits von Schuldgefühlen und Pflichtbewusstsein.


Finde deinen Frieden

Es geht nicht darum, gegen die Welt zu kämpfen oder feministische Debatten zu führen. Es geht darum, deine eigene kleine Welt wieder hell zu machen. Das Leben als Mutter muss kein Dauerlauf am Limit sein. Es darf leicht sein.


Erlaube dir, wieder mehr auf deine Intuition zu hören. Sei gut zu dir. Nicht, weil es jemand von dir verlangt, sondern weil du es wert bist. Und weil deine Kinder nichts mehr brauchen als eine Mutter, die ihre Freude am Leben nicht verloren hat.


23.2.2026 - Priska Zorrilla - La Loba

 
 
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